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Brandov

       
       Angesichts seiner Entsteheung reiht sich Brandov eher zu jüngeren Dörfern – es wurde erst im 16. Jh. gegründet. Zum ersten Mal ist es erwähnt 1549, seinen Namen hatte es höchstwahrscheinlich von seinem vermeintlichen Gründer – Deutschen Brand übernommen. Der Begriff selbst heisst Glut, Brennen, Brand, der deutsche Kolonist wurde so genannt dank seiner Art Boden zu gewinnen – durch Ausbrennen der Wälder. Die Entstehung und Entwicklung der Besiedlung Erzgebirgsgebietes war eng mit Kupfer- und Silberförderung. Brandov war bedeutungsvoll durch die Förderung des Eisenerzes, viele hiesige Einwohner widmeten sich auch dem Metallwerk.
 
        Schon am Ende des 16. Jh. war Brandov ein Städtchen der Strassenart mit einem engen Rechteckplatz. Zum Jahr 1622 ist hier auch eine Kirche erwähnt. Im Zeitraum 1720 - 1730 verlief der Aufbau der Archangel Michael-Barockkirche. Es handelt sich um einen Einschiffbau mit einem durch Halbkreis beendeten Presbyterium, mit einer Rechtecksakristei und Kapelle zu Seiten. Die Front mit einem flachen Mittelrizalit zieht sich bis zu dem Flügelgiebel hinauf. Aus dem Jahre 1730 stammt auch die hiesige Plastik des St. Johann Nepomuks. 1780 wurde in Brandov eine Pfarre neu errichtet.
 
        Die Förderung der Steinkohle war für die Gemeinde sehr bedeutend Tätigkeit. Konzentrieren wir uns darauf also ausführlicher. Erste Untersuchung nach Steinkohle in Brandov verlief im Jahre 1851 gegenüber dem Haus Nr. 10. In einer 135 Ellen tiefen Bohrung gelang es jedoch nicht die Kohle zu finden. In nachfolgendem Jahr wurden weitere Bohrungen gemacht, die schon den Erfolg brachten – Steinkohlenspüren wurden im Wald auf Koňský potok gefunden. Bald daraufhin wurde eine durch Eisenwerkdirektion in Kalk geführte Berggesellschaft errichtet und 1853 es began zu fördern. Die Grube wurde "Gabriela", der Gräfin von Buguoy und Besitzerin der Herrschaft Červený Hrádek zu Ehren genannt. Zu Beginn der 60er Jahre erhöhte sich die Förderung beträchtlich, wenn aber die Gräfin 1863 starb, gerieten die Bergwerke von Brandov in Konkurs.  Z.B. 1876 arbeiteten hier nur 6 Bergleute, bis 1890 sank sich diese Anzahl sogar noch zur Hälfte davon!
 
        Inzwischen erbte die Herrschaft Červený Hrádek Gabrielas Tochter Isabelle, deren Tochter Prinz Bohumír von Hohenlohe – Langenburg heiratete. Damit ging die Herrschaft aus den Händen des fortschrittlich und patriotisch denkenden Adelsgeschlechtes Buguoy zum tschechischem Volk feindlichen und Reaktionsgeschlecht der Prinzen von Hohenlohe – Langenburg über. Prinz Bohumír 1866 fiel in der Schlacht bei Hradec Králové, und sein Sohn, auch Bohumír, übernahm 1887 die Herrschaftsverwaltung.
 
        1893  Jan Schlutius, Besitzer des Rittergrundbesitzes an Karov im Meklenburk – Gebiet kaufte die Brandov-Bergwerke. Unter dessen Verwaltung erlebte hiesiger Bergbau neue Entwicklung. Nach einem Jahr erhöhte die Anzahl der Bergleute zu 15, zum Jahr 1900 es waren hier schon92 Bergleute. Im Juni 1898 wurde bei der Grube auch eine auf den Böcken gestützte Bahn und ein Fülltrichter gebaut. Zu dieser Grube gehörten  16 Doppelgrubenmasse. Ende 19. Jh. ist Brandov aungeführt als ein Pfarrendorf im Böhmen, wo sich, ausser der St. Michal-Kirche, auch eine Schule, Postamt und Mühle befindet. Es lebten hier 1168 deutsche Einwohner, die sich von Förderung der Steinkohle und Herstellung der Holzspielwaren ernährten.
 
        Am Anfang des 20. Jhs die Anzahl der Bergleute stieg an, die Firma hatte deshalb für sie schrittweise eine Bergkolonie ausgebaut.  Nah zur Grube entstand daraufhin bis 1902 ein neues Viertel Brandovs. Auf der Wende 1901 - 1902 wurde die erste Förderanlage und ein Sonderbohrturm aufgebaut. Als Förderstolen blieb bis jetzt eine altere 600-m lange und 60m tiefe Grube "Gabriela" übrig. Das hatte sich jedoch bald geändert wenn Schlutius  1906 eröffnete am Oberende des Dorfs eine neue, modern eingerichtete Grube "Zdař Bůh". Noch bis Ende des jahres wurde bei dieser Grube ein grosses Gebäude mit Büros und Wohnungen für die Beamten gebaut.
 
        Die Grube "Zdař Bůh" wurde durch Seilbahn mit einer, an der Sachsenseite der Grenze im Kataster der Stadt Olbernhau liegenden, Aufbereiitungsanlage verbunden. Diese Anlage bestand aus Sortiersaal, Wäscherei und Brikettanlage. Hierher wurde alle geförderte Kohle angebracht, um nach Sortierung in die Welt unter Namen „Olbernhauser Anthrazit“ verteilt werden kann. Zum Jahre 1910 arbeiteten an der Grube schon 172 bergleute.
 
        Als im Jahr 1914 Erster Weltkrieg ausbrach, es kam zum Abschliessen der Grenze zu Sachsen. Gleichzeitig wurde die zum Seilbahnbetrieb notwendige Telefonverbindung unterbrochen, die Kohle musste dafür in Brandov auf den Halden aufgestapelt werden. Erst nach längerer Zeit und einer Reihe der Handlungen mit zuständigen Behörden wurde Telefonverbindung genehmigt und die Seilbahn konnte wieder in Betrieb gesetzt werden. 1918 endete der Krieg. Das ganze Land konnte sich endlich das Herz erleichtern, Not, Sorgen und Angst, alles, das die Leute seit den ganzen vier Jahren plagte, war zum Ende gebracht.
 
        1921 wurden die Arbeiten auf den Gruben für ein Paar Monate an eingestellt. Das war begründet durch Zusammenbruch der deutschen Mark, wodurch die Förderung unrentabel wurde. Die Finanzsituation im nachbaren Deuschland verschlechterte sich jedoch weiter, bis die Grube "Gabriela" zur Versteigerung gelangte. Zur Versteigerung kam es zwar dank durch die Regierung bewilligtem Nachlass nicht, die Firma jedoch inzwischen alle Angestellten entliess und kündigte an die Förderung auf der Grube abzustellen. Infolge dessen wurde Demontage der Innenanlage der Grube sowie des Grubengebäudes angefangen. 1924 arbeiteten auf der Grube nur 73 Arbeiter. Viele Einwohner randovs mussten andere Arbeit finden – viele Bergleute machten sich nützlich als Bauarbeiter, Tischler oder Holzdreher, andere wurden auf den entfernten Gruben Nordböhmischen Kohlenreviers unter Bergen aufgenommen, einige waren im Walzwerk der Firma F. A. Lange in Zelený důl, gemeinde Brandov angestellt. Die Landwirtschaft in Brandov war nicht zu bedeutend, meistens diente sie nur als die zweite Beschäftigung der Familie. 1930 ist in der Gemeinde 2473 Einwohner angeführt.
 
        In 30er Jahren 20. Jhs stieg in Nachbardeutschland Einfluss der Nazisten. Das war zumehr unterstützt durch die verlaufende Wirtschaftskrise, die grosse Arbeitslosigkeit verursachte. Mit sich näherndem September 1938 wurde die Atmosphäre zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland mehr und mehr gespannt bis die Unterschrift des Münchner Abkommens kam, gefolgt durch Besetzung des Grenzgebietes von deutschen Heeren. Der Zweite Weltkrieg liess es auf sich nicht lange warten. Unter der Okkupation machten Deutsche in Brandov Untersuchung, ob es nicht möglich wäre die Förderung an hiesigen Gruben zu erneuern. Bergarbeiten wurden jedoch 1942 definitiv eingestellt. Wie durch die Untersuchung bewiesen, sind die Vorräte in diesen Gruben fast gänzlich erschöpft.
 
        Das Jahr 1945 brachte den Frieden. Zwei Jahre später verlief der Abschub der deutschen Einwohner. Darüber hinaus wurde Brandov, dessen Bevölkerung fast ausschliesslich deutsch war, fast entvölkert. Die Gemeinde war zwar nachbesiedelt von Einwanderern aus dem Inland, deren Anzahl jedoch zur kompletten Nachsiedlung Brandovs nicht genügend war.  1950 ist also in der Gemeinde nur 395 Einwohner angeführt. Diese Anzahl dann sank im Laufe der Jahre anhaltend (1991 erreichte die Anzahl 235), erst danach im letzten Jahrzehnt kann man deren Wiederwuchs verfolgen. Gegenwärtig leben in der Gemeinde 268 Einwohner. Brandov gehört heute zu den Erholungsgebieten, es befindet sich hier der Grenzübergang zu BRD für die Fussgänger.
 
 Bibliographie: Šulcová, H. Brandov. 1998